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Abhängigkeit                                                          

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Wir leben in einer aufgeklärten Welt.  Sehr viele Menschen haben Wissen zum Thema Sucht ; kennen Betroffene in der eigenen Familie, dem Verwandtenkreis, unter Freunden und Kollegen...
Gilt es aber, das eigene Trinkverhalten objektiv zu beobachten, kommt es schnell zum "Schwächeln" und man neigt dazu, abzuwiegeln, zu verharmlosen.
Nimm bitte ein paar Fakten zum regelmäßigen Alkoholkonsum zur Kenntnis - oder lasse Dir bereits Bewußtes einmal mehr durch den Kopf gehen.

Die Frage...

"Ist eigentlich etwas gegen das tägliche Feierabend-Bier einzuwenden?"
Man kann sie realistisch mit "Ja" beantworten.
Gewohnheit ebnet der Sucht den Weg, das ist so. 
Eine der häufigsten Fragen zur Abhängigkeit am Beispiel Alkohol:

"Ab wann wird der Alkoholkonsum gefährlich?"

Harmloses Trinken gibt es nicht. Ärzte sprechen stattdessen vom risikoarmen Konsum. Grob gesagt liegen die Grenzen bei täglich etwa einem kleinen Glas Bier, Wein oder Likör für Frauen. Männer dürfen (!) das Doppelte trinken. Wer unter diesen Grenzwerten bleibt, ist relativ sicher. Dennoch kann auch täglicher niedriger Konsum, vor allem wenn er zur Entspannung oder Problemlösung unverzichtbar wird, den Weg in die Abhängigkeit bereiten.

Gefährlich wird es, wenn Menschen die genannten Mengen immer häufiger überschreiten. Sind noch keine Organschäden aufgetreten, sprechen Mediziner von riskantem Konsum.

Trinken Menschen weiter, verursacht der Alkohol irgendwann Schäden an Organen und Nervensystem.

"Das kann eine Leberverfettung, eine Leberzirrhose oder eine Vernarbung der Leber sein, Störungen der Bauchspeicheldrüsenfunktion, Nervenzellschäden, Krampfanfälle, eine Verminderung der Gehirnfülle, oder auch Depressionen"...  sagt Prof.Dr. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Berliner Charité. In diesem Stadium sprechen Ärzte von schädlichem Gebrauch. Früher war von Missbrauch die Rede.





 


"Wie kommt es zur Abhängigkeit?"
Durch die Gewöhnung. Der Körper gewöhnt sich an den Alkohol, man verträgt immer größere Mengen.

Entzugssymptome:

  • Wird der Alkohol plötzlich weggelassen, gerät der Körper aus dem Gleichgewicht. Es folgen Entzugssymptome wie Schwitzen, Zittern, Unwohlsein, im Extremfall ein Herz-Kreislauf-Zusammenbruch oder Krampfanfälle.
  • Kontrollverluste: Betroffene verlieren die Selbstkontrolle, sie können die Trinkmenge nicht mehr begrenzen.
  • Der Verlust vieler anderer Interessen usw. usw.
  • Abhängigkeit:
    Dein zentrales Denken kreist vorrangig um den Stoff
    der dem Körper - und mittlerweile auch der Psyche fehlt ?

    Spätestens jetzt solltest Du die Reißleine ziehen und Dir helfen lassen.
    Dazu sind Arzt, Suchtambulanz, Selbsthilfegruppe oder Suchtberater bereit.
     

  

Vorteile einer Selbsthilfegruppe

  1. Hier triffst du auf Menschen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation wie du befinden oder das gleiche Problem haben. Mit anderen Worten: In einer Selbsthilfegruppe lernst du Gleichgesinnte kennen, die dich verstehen und ernstnehmen – etwas was deine Freunde und Familie möglicherweise nicht können, weil sie gar nicht nachempfinden können, wie es dir wirklich geht. 

  2. In einer Selbsthilfegruppe kannst du offen über deine täglichen Herausforderungen reden, du musst dich nicht verstellen oder auf die Ansichten anderer Rücksicht nehmen. Hier musst du nicht funktionieren, hier kannst du einfach so sein, wie du bist. Hier findest du neues Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein und kannst daraus Kraft ziehen, um den Alltag besser zu bewältigen.

  3. Eine Selbsthilfegruppe ist ein geschützter Raum, in dem alles vertraulich behandelt wird. Was du in der Gruppe sagst, bleibt auch in der Gruppe und wird nicht nach außen weitergegeben. 

  4. Eine Selbsthilfegruppe stärkt dir den Rücken und motiviert dich darin, deinen Weg weiterzugehen und nicht aufzugeben. Hier findest du positive Beispiele, Anregungen und Ideen, wie du mit deiner Lebenssituation oder deinem Problem gut umgehen kannst. In der Selbsthilfegruppe bist du Teil einer Gemeinschaft.

  5. Selbsthilfe funktioniert ohne lästigen Papierkram oder Kampf mit Ärzten und Krankenkassen. Die regelmäßigen Treffen von Selbsthilfegruppen werden von ihren Mitgliedern eigenverantwortlich geplant und durchgeführt. Die Gesprächsinhalte und Aktivitäten, aber auch die Gestaltung der Gruppenarbeit werden gemeinsam in der Gruppe entwickelt und bestimmt. Jedes einzelne Mitglied bestimmt außerdem für sich, was und wie viel es jeweils in die Gruppe einbringen möchten.



Daß auf dieser Seite der Schwerpunkt beim Thema Alkohol liegt, wen wundert`s ?  In gemischten Gruppen, die Hilfestellung zu allen Arten von Abhängigkeit vermitteln möchten, ist Alkoholismus noch immer sehr stark präsent. Aber kein Abhängiger - egal, an welcher Sucht er leidet - wird sich selbst überlassen. Jede Unterstützung, die eine Selbsthilfegruppe leisten kann, wird ihm zuteil.


Weitere Informationen zu Selbsthilfegruppen


a) Eine Selbsthilfegruppe ist keine Therapie! Die Gruppe ersetzt keine medizinische oder therapeutische Behandlung. Sie kann jedoch eine sinnvolle Unterstützung dafür sein.

b) Die meisten Selbsthilfegruppen sind keine „Jammergruppen“! Die Menschen dort hören einander zu und unterstützen sich gegenseitig, um gemeinsam positive Alltagsstrategien zu erarbeiten. 

c) In Selbsthilfegruppen treffen sich die Menschen freiwillig, regelmäßig und verbindlich. Das ist wichtig, um Vertrauen aufzubauen und als Gruppe zusammenzuwachsen.

d) Es gibt eine große Bandbreite an Selbsthilfegruppen. So gibt es Gruppen zum Erfahrungsaustausch, für gemeinsame Aktivitäten, zur Freizeitgestaltung oder auch allgemeine Gesprächsgruppen.


Sucht ist eine Familienkrankheit. Auch die Angehörigen sind deshalb immer mitbetroffen und finden bei uns ein offenes Ohr.

Wenn das Trinken zur Sucht wird, leiden die Familienangehörigen oft am meisten, während die Betroffenen selbst die Augen davor verschließen. Dabei trägt die Umgebung sehr häufig ungewollt dazu bei, dass der Abhängige den Ausweg nicht findet.

Nicht nur für viele Alkohol- und Medikamentenabhängige ist eine Selbsthilfegruppe oder ein „Freundeskreis“ von großer Bedeutung, sondern auch für die Angehörigen. Anfangs steht dabei meistens der Gedanke im Vordergrund, Anregungen zu erhalten, wie man dem Partner, dem Sohn, der Tochter oder den Eltern besser helfen kann. Aber dieses Ziel ändert sich mit der Zeit, wenn die Angehörigen merken, dass sie selbst von der Gruppe profitieren. Erst dann, wenn der Angehörige in erster Linie für sich und nur in zweiter Linie für den abhängigen Partner an der Gruppe teilnimmt, kann sie all ihre hilfreichen Kräfte für ihn entfalten.

(Ralf Schneider, Die Suchtfibel; Wie Abhängigkeit entsteht und wie man sich aus ihr befreit.)


Nur Du allein kannst es schaffen - aber Du schaffst es nicht allein...


Diese Mitbetroffene  hat schon einige Jahre Gruppenerfahrung. Als Angehörige eines Alkoholikers sagt sie dazu:

"Leider habe ich zu der Zeit, als mein Mann viel zu viel trank und lange Jahre schwere Depressionen hatte, die Freundeskreise noch nicht gekannt.
Ich war allein  mit meinen Zukunftsängsten. Die Frage : "Wie soll das nur weitergehen ?" beschäftigte mich immer stärker.  Alleine auch mit meinen Hoffnungen nach seinen Entgiftungen. Verzweifelt nach Rückfällen.  Immer wieder habe ich mich mitschuldig gefühlt. Ich wußte wirklich nicht mehr, wie ich meinem Partner noch helfen sollte...

Erst durch die vielen Gespräche im Freundeskreis habe ich gelernt, dass es ganz wichtig ist, an sich selber zu denken. Etwas für sich selbst zu tun! Sonst bleibt man auch auf der Strecke und somit ist Niemandem geholfen.

Der Freundeskreis möchte Angehörigen Mut machen. Durch Zuhören und Reden. Mit Verständnis für ihre Siuuation.


"Die Erfahrung des Einen kann dem Anderen die Kraft geben, wieder Hoffnung zu bekommen."


Trau Dich, komm zu uns !

 



 

 


Was  Angehörige  wissen sollten

An dieser Stelle möchten wir Informationen weitergeben, die zum Nachdenken anregen, für das Thema Selbsthilfe sensibilisieren und zum Handeln ermutigen. Erfahrungsberichte und Eindrücke von Gruppenmitgliedern sollen Möglichkeiten und Chancen aufzeigen, welche sich durch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen ergeben können.




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Einzeln sind wir Worte, zusammen ein Gedicht

                                                  - Georg Bydlinski -

Diesen Spruch zitiert die Angehörige Gertrud gerne, wenn es um den Sinn von Gruppenarbeit geht.






 



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